Postoperative Wunden: Nach der Operation gut versorgen | fabel

Postoperative Wunden Nach der Operation gut versorgen

Nach einer Operation beginnt zu Hause oft ein neuer Abschnitt. Die Klinikzeit ist vorbei, aber die Wunde braucht weiterhin Aufmerksamkeit. Vielleicht fühlst du dich unsicher: Heilt alles so, wie es soll? Worauf musst du achten?

Postoperative Wunden – also Wunden nach einer Operation – heilen in vielen Fällen problemlos. Trotzdem ist es wichtig, Veränderungen früh zu erkennen und die Versorgung ernst zu nehmen.

Was sind Postoperative Wunden?

Postoperative Wunden entstehen durch einen geplanten chirurgischen Eingriff. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Gelenkoperationen
  • Bauchoperationen
  • Gefäßoperationen
  • Haut- oder Tumoroperationen

Die Wunde wird in der Regel vernäht, geklammert oder geklebt. Ziel ist eine sogenannte primäre Wundheilung: Die Wundränder liegen dicht aneinander und wachsen direkt zusammen.

Im Unterschied zu vielen chronischen Wunden ist hier die Ursache klar – der operative Schnitt. Trotzdem können Komplikationen auftreten.

Worauf sollte man achten?

Eine normal heilende Operationswunde zeigt meist:

  • Leichte Rötung am Rand
  • Geringe Schwellung
  • Spannungsgefühl
  • Leichte Schmerzen
  • Klare oder leicht rosige Wundflüssigkeit in den ersten Tagen

Warnzeichen können sein:

  • Zunehmende Rötung oder starke Schwellung
  • Druckschmerz oder pochender Schmerz
  • Eitriges Sekret
  • Nässen über mehrere Tage
  • Fieber
  • Aufklaffen der Naht

Typische Fehler

Gerade nach der Entlassung aus dem Krankenhaus entstehen oft Unsicherheiten. Häufige Fehler sind:

  • Verbandwechsel ohne klare Anleitung
  • Zu häufiges „Nachschauen“ und unnötiges Öffnen des Verbandes
  • Fehlende Hygiene beim Versorgen
  • Körperliche Überlastung trotz ärztlicher Schonungsempfehlung
  • Warnzeichen werden aus Unsicherheit ignoriert

Weniger Eingreifen ist oft mehr. Eine postoperative Wunde braucht vor allem Ruhe, Schutz und eine saubere Versorgung – nicht ständiges Öffnen oder Kontrollieren.

Was du als Angehöriger tun kannst

Du kannst die Heilung unterstützen, indem du:

  • Dich an die ärztlichen Vorgaben hältst
  • Verbandwechsel nur nach Anleitung durchführst
  • Auf saubere Hände und hygienisches Arbeiten achtest
  • Belastung und Bewegung an die Empfehlung anpasst
  • Veränderungen dokumentierst

Wenn ein ambulanter Pflegedienst eingebunden ist, lohnt sich der Austausch. Unsicherheiten sollten früh angesprochen werden.

Auch wichtig: Schmerzen ernst nehmen. Sie sind ein Signal des Körpers und sollten nicht einfach „ausgehalten“ werden.

Wann solltest du einen Arzt aufsuchen?

Unbedingt ärztlich abklären solltest du, wenn:

  • Die Wunde stark gerötet oder überwärmt ist
  • Eiter austritt
  • Die Naht aufgeht
  • Fieber auftritt
  • Schmerzen deutlich zunehmen
  • Du unsicher bist, ob alles normal verläuft

Gerade nach Operationen kann sich eine Infektion schnell entwickeln. Früh zu reagieren ist hier entscheidend.

Fazit

Postoperative Wunden heilen häufig gut – wenn sie geschützt, sauber versorgt und nicht überlastet werden. Aufmerksamkeit ist wichtig, aber ständige Sorge ist nicht nötig.

Im nächsten Artikel geht es um akute Alltagswunden wie Sturz-, Schnitt- oder Risswunden – also Verletzungen, die im Pflegealltag plötzlich entstehen können.

Über den Autor:

Lars Kaland ist examinierte Pflegefachkraft mit Schwerpunkt moderne Wundversorgung. Seine beruflichen Wurzeln liegen in der Praxis – mit langjähriger Erfahrung in der Begleitung von Menschen mit chronischen und komplexen Wunden.

Für fabel begleitet er den Themenbereich „Wunde“ als fachlicher Experte und bringt sein Wissen in die Inhalte ein. Sein Anspruch: qualitätsgesicherte Versorgung, Verlässlichkeit und individuelle Begleitung auf Augenhöhe.

Mehr über seine Arbeit erfährst du beim Wundinstitut.

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